Tierleid

Hunde, die besten Freunde des Menschen

Eine Aussage hinter der ich zu 100 % stehe. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob denn im Umkehrschluss, der Mensch auch der beste Freund des Hundes ist. Die schrecklichen Verbrechen, denen diese Fellnasen oft zum Opfer fallen, lassen mich daran zweifeln. Alleine mit diesen entsetzlichen „Geschichten“ könnte ein komplettes Buch gefüllt werden. Für so manchen wäre es durchaus empfehlenswert, sich einmal wieder ins Gedächtnis zu rufen, was „Mensch sein“ bedeutet bzw. bedeuten sollte. Denn einige, ich nenne sie jetzt einfach mal Kreaturen, verdienen diese Bezeichnung nicht. Denn würde es ein Mensch, der Empathie für und Mitleid mit Tieren empfindet, übers Herz bringen …

… einen schwer verletzten Hund, von einem Bauern mit seinem Traktor angefahren, hilflos im Straßengraben liegenzulassen. Kürzlich fiel mir ein Foto ins Auge, das die Hundebesitzerin mit einem riesigen Banner, in der Nähe eines Bauerhofs zeigte. Darauf abgebildet ihr wunderschöner Hund in lebendem und schwerverletztem Zustand. Leider kann ich die Aufschrift nicht wiedergeben, da es mir nicht möglich war, die Dame zu kontaktieren um ihre Genehmigung einzuholen. Ihr vierbeiniger Liebling wurde zufällig von einem Spaziergänger entdeckt, der seine Besitzerin kannte und diese umgehend informierte. Niemand weiß, wie lange dieser arme Kerl bereits leiden musste und ob man ihm noch hätte helfen können, wenn er sofort zum Tierarzt gebracht worden wäre. Als seine Besitzerin mit ihm in der Praxis ankam, hatte dieser leider keine Wahl mehr und konnte ihn nur noch durch die Todesspritze von seinen fürchterlichen Schmerzen befreien. Ein letzter Liebesbeweis seiner Besitzerin und des Tierarztes für diese treue Hundeseele.

Dass dieser Bauer den Hund gesehen hatte, war anzunehmen, da ähnliches kurz vorher fast mit einem Welpen passierte. Das tapsige Kerlchen lief zwischen die riesigen Vorderräder des Gefährts. Die Halterin gab verzweifelt Handzeichen, schrie und hüpfte herum, um den Fahrer darauf aufmerksam zu machen. Nun, geschafft hat sie das, trotzdem sah er keine Veranlassung das riesige Gefährt zu stoppen. Das Hündchen hatte großes Glück und entrann der gefährlichen Situation tatsächlich unverletzt.

Man kann nur hoffen, dass sich dieser Bauer nicht auf Viehzucht spezialisiert hat. Welche Empathie er seinen Tieren höchstwahrscheinlich entgegenbringt, würde ich gar nicht wissen wollen. Zumindest in unserer sehr tierlieben Gemeinde würde sich ein solcher „Mensch“ wahrlich keine Freunde machen.

… auf dem Weg in den Urlaub, kurz auf der Standspur der Autobahn Halt zu machen, um seine beiden Schäferhunde an der Leitplanke anzubinden und ihrem traurigen Schicksal zu überlassen. Kann ein Hundehalter tatsächlich seinen Urlaub genießen, wenn er sich vorher seiner treuen Gefährten auf diese Weise „entledigt“?

… seinen vierbeinigen Freund im Wald an einen Baum zu binden und ihm, dass er ja nicht auf sich aufmerksam machen kann, auch noch die Schnauze mit Klebeband zu umwickeln? Solltet ihr denken, dass das eine Ausnahme war, muss ich euch enttäuschen. Leider. Einige der treuen Vierbeiner hatten Gott sei Dank das große Glück von Spaziergängern entdeckt und aus ihrer misslichen Lage befreit zu werden. So konnten sie ins Tierheim gebracht werden, gerade noch rechtzeitig bevor sie jämmerlich zugrunde gegangen wären.

Vor Kurzem wurde ein Fall bekannt, in dem eines dieser armen Kerlchen erst tot, in vollkommen abgemagerten Zustand gefunden wurde. Um den Baum herum und am Stamm konnte man die Spuren seiner Krallen sehen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie verzweifelt er versucht hatte, sich selbst zu befreien und wie jämmerlich er verdurstet und verhungert sein musste.

… eine trächtige Hündin als „Anheizerin“ in eine Arena für Hundekämpfe, die unter Strafe verboten sind, zu werfen, damit die „Kämpfer“ so richtig in Stimmung kommen. In diesem bekannt gewordenen Fall ging der Schuss allerdings nach hinten los. Denn die Hunde fielen gemeinsam über die arme Hündin her. Schwer verletzt konnte sie in letzter Sekunde gerettet werden und wartet nun in einem Tierheim auf liebe Menschen, die zumindest versuchen, sie das schreckliche Erlebnis vergessen zu lassen und ihr endlich das liebevolle, behütete Leben schenken, das sie verdient. Zu allem Übel kann sie in Deutschland nicht vermittelt werden, da ihre Haltung als sogenannter Kampfhund in Deutschland verboten ist.

Die Meinungen bezüglich dieser Rassen driften stark auseinander. In meinen Augen ist die schwarze Liste das Dümmste, das man sich einfallen lassen konnte. Kein Hund auf dieser Welt wird böse geboren. Ausnahmslos alle Welpen sind einfach nur süß und verspielt. Die Verantwortung, welche Entwicklung sie im Lauf ihres weiteren Lebens nehmen, liegt in der Hand des Menschen, bei dem sie leben werden. Man möge mir die Ausdrucksweise verzeihen, aber das Arschloch befindet sich immer am anderen Ende der Leine.

Auch wenn manche das offensichtlich nicht glauben wollen, ist ein Hund nun einmal kein Mensch und handelt immer instinktiv. Muss ich wieder einmal in der Zeitung lesen, dass ein Hund angeblich grundlos einen Menschen angefallen hat, stellen sich mir alle Haare auf. So etwas wird niemals ohne Grund passieren. In den meisten dieser Fälle weiß keiner, was diesen Vorfall ausgelöst hat. Das interessiert offensichtlich auch keinen, der einen dieser reißerischen Artikel zu lesen bekommt. Fakt ist immer nur, der Hund ist das Ungeheuer und somit auch der Leidtragende, der in vielen Fällen eingeschläfert wird und sein Leben lassen muss.

Wo soll denn hier das Problem sein? Wird doch ein Tier und somit ein lebendiges Wesen in diesem unseren ach so schönen Land, immer noch als Sache bezeichnet. ***Ironie aus***

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Taschenbuch:  174 Seiten, Preis € 8,99 inkl. MwSt.

TIERLEID *Postskriptum*  😢   ►   https://youtu.be/zjA6Uu8VpNg

Kommentar von Jörg S. via AOL Mail vom 02.04. 2021: Ich bin gerade dabei dein Buch “Tierleid” zu lesen. Ich finde es gut, welche Themen du aufgreifst. Das Buch müsste Pflichtlektüre an Schulen werden.